DA vom 28.05.2010

Foto: D. Thomas

Der Vorsitzende des Waldheimer Heimatvereins Albrecht Hänel präsentiert ein neues Souvenir der Zschopaustadt, den Waldheimer Knastbrannt. Den Nusslikör gibt es in einer limitierten Auflage von 400 Stück.

In den Flaschen steckt ein Nusslikör. Die Käufer erfahren auch etwas über die Geschichte des Gefängnisses.

Vor zwei Jahren hatte die Tourismusgruppe der Stadt Waldheim die Idee, einen Schnaps als Souvenir herstellen zu lassen. Der Heimatverein hat das Vorhaben aufgegriffen und umgesetzt. Seit einigen Tagen gibt es den „Waldheimer Knastbrannt“. Dahinter verbirgt sich ein 20-prozentiger Nusslikör in einer schlanken Flasche mit Schnappverschluss. Auf dem Etikett ist neben zwei Haselnüssen auch die Gestalt eines Gefangenen hinter einem vergitterten Fenster zu sehen.

Wer den Likör kauft, erwirbt nicht nur ein hochprozentiges Erinnerungsstück an Waldheim, sondern erfährt auch einiges über die Justizvollzugsanstalt (JVA) und die Gepflogenheiten mancher Gefangener. Auf der Rückseite einer kleinen Klappkarte, die an dem Fläschchen hängt, ist ein Kurzabriss der Geschichte des Gefängnisses zu lesen. Im Innenteil der Karte werden verschiedene Varianten der illegalen Wein- und Schnapsherstellung im Knast dargestellt.

Stückzahl ist limitiert

Bei der Kreation des Waldheimer Knastbrannts haben die Heimatfreunde Albrecht Bergmann und Karl-Heinz Teichert, Gunther Zetzsche vom JVA-Museum und der Vorsitzende des Heimatvereins Albrecht Hänel zusammengearbeitet. „Am schwierigsten war es, einen Hersteller für eine kleine Auflage der Flaschen zu finden“, meint Albrecht Hänel. Denn den Nusslikör gibt es vorerst in einer limitierten Stückzahl von 400 Flaschen. Die hat eine Privatbrennerei in Bad Düben hergestellt. Kommt das neue Souvenir bei den Waldheimern und ihren Gästen gut an, können sich die Heimatfreunde vorstellen, weiter mit der Brennerei zusammenzuarbeiten und die Flasche jedes Jahr mit einem anderen Inhalt zu füllen. Denn die Palette der Schnapssorten, die sich dafür anbieten, sei vielfältig.

Erlös für Weihnachtspäckchen

Der „Waldheimer Knastbrannt“ ist in dieser Woche bei der Vorstandssitzung des Heimatvereins vorgestellt wurden. Der Vorstand hatte vor Monaten mehrheitlich die Finanzierung der Herstellung des Likörs aus der Vereinskasse zugestimmt.

Beim Fest der Vereine am 5. Juni soll der Knastbrannt erstmals angeboten werden. 3,50 Euro soll die Flasche kosten. Mit diesem Preis werden die Herstellungskosten gedeckt. Außerdem entsteht ein kleiner Überschuss. „Damit wollen wir unsere Weihnachtspäckchenaktion finanzieren“, erklärt Hänel. Seit Jahren packt der Heimatverein in der Vorweihnachtszeit kleine Geschenke für unterschiedliche Altersgruppen zusammen, die an Kinder aus sozial schwachen Familien übergeben werden.