DA vom 15.03.2010

Museum zeigt Angestaubtes zum Erinnern & Entdecken

Foto: Dietmar Thomas

Ricardo Baldauf, Franciska Uhlmann und Claudia Baldauf (v. l.) gehörten zu den ersten Besuchern der Ausstellung „Kurioses aus dem Fundus“ im Waldheimer Museum. Konzipiert hat diese Franziska Buschbeck (2. v. r.). Falk Hartig, der Leiter des Kulturzentrums (r.), staunt selbst, was für die Schau alles „ausgegraben“ wurde. Bei manchen Exponaten ist sogar die Hilfe der Besucher gefragt, um mehr zu erfahren.


Mehr als 6000 Stücke gehören zum Fundus des Waldheimer Museums. Darunter sind einige Kuriositäten. Diese wollte das Museumsteam den Besuchern nicht länger vorenthalten. Die Exponate für die neue Ausstellung auszuwählen, das fiel nicht leicht. Doch die Auswahl ist gelungen. Das bewies die Resonanz zur Eröffnung am Sonnabend.

Diplomandin Franziska Buschbeck hat die Sonderausstellung konzipiert und mit den Heimatfreunden gestaltet. „Wir haben Objekte ausgewählt, die das Leben vergangener Zeiten sichtbar machen. Dabei haben wir bewusst weder Staub noch Knicke beseitigt, die sich im Laufe der Jahre angesammelt oder gebildet haben“, berichtet der Leiter des Kulturzentrums Falk Hartig.

Das älteste Stück der Schau ist ein Tongefäß, das der Frühgeschichte zugeordnet werden kann. Bei einer Bauplastik ist man sich relativ sicher, dass sie zu der einstigen Kirche am Obermarkt gehörte. Bei vielen anderen Dingen sind Herkunft, Besitzer und Gebrauchswert weitgehend unbekannt. Bei einigen Objekten fehlt daher auch die Beschriftung. Doch das muss nicht so bleiben: 18 Exponate sind mit einer Nummer versehen. „Wir bitten die Besucher um Hinweise, falls sie die Geschichte, Vorbesitzer oder den Gebrauchswert kennen“, sagt Falk Hartig.

Erinnerungen gab es einige. Waldheims Bürgermeister Steffen Blech weiß beispielsweise, dass sein Vater mit dem zu sehenden russischen Fernseher „Junost 4028“ im HO-Rundfunkgeschäft gehandelt hat. „Wer weiß schon, was mit einer Geldbombe passiert? Ich habe sie noch mit den Tageseinnahmen zur Bank gebracht“, sagt Blech und zeigt auf eine runde Geldkassette.

Würfel ändert Perspektiven

Ein riesengroßer roter Stern erinnert an die Zeit, als das Rathaus nach Kriegsende zur sowjetischen Komandantur umfunktioniert war. Frühlingsgefühle wecken die Gemälde von Max Würfel, die durch Haushaltauflösung aufgenommen wurden. Es sind Originale, die aus unterschiedlichen Perspektiven gemalt wurden, sagt Hans-Peter Zacharias vom Museum. Würfel sei von 1802 bis 1832 Pfarrer in Waldheim gewesen, erklärt er.

Jürgen Reichelt von der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte kennt den Fundus des Museums relativ gut. „Ich bin aber selbst erstaunt, dass so viele interessante Objekte aufbewahrt werden. Schön ist es, dass ein Teil davon jetzt gezeigt wird“, sagt er.

Der Besuch der Ausstellung hat nicht nur Erinnerungswert für ältere. Die Gestalter empfehlen sie ebenso jungen Menschen und Schülern. Zu den begeisterten jüngeren Besuchern zählte Ricardo Baldauf. „Ich habe meine Schwester und meine Freundin mitgebracht, die beide in Dresden leben und sich für die Schätze Waldheims interessieren. Wir kennen viele Gerätschaften gar nicht. Aber gerade das macht die Ausstellung für uns interessant“, so Baldauf.